
Und wenn der beste Song des 21. Jahrhunderts schon über zwanzig Jahre alt wäre? Das ist die kühne Wette des Magazins Rolling Stone, das gerade sein neues Ranking der 250 größten Songs des 21. Jahrhunderts veröffentlicht hat. Eine ambitionierte Liste, die zwei Jahrzehnte Musik durchquert und ein Kultstück wieder an die Spitze setzt: „Get Ur Freak On“ von Missy Elliott.
Rolling Stone enthüllt sein Ranking: Die 250 größten Songs des 21. Jahrhunderts
Missy Elliott bedankt sich in ihrem letzten Instagram-Post bei Rolling Stone
Zunächst eine Klarstellung: Rolling Stone ist vor allem bekannt für seine Rankings der „500 besten Songs aller Zeiten“. Kürzlich hat das Magazin über Podcasts und Artikel eine besondere Aufmerksamkeit auf die wichtigsten Songs des 21. Jahrhunderts gelegt, indem es in seine zeitgenössischen Rankings Stücke nach 2000 einbezog.
In diesem Rahmen kehren Missy Elliott und ihr Megahit „Get Ur Freak On“ mit voller Kraft zurück, da sie als bester Song des 21. Jahrhunderts in diesem neuen Ranking ausgewählt wurden.
Die mediale Wirkung dieser Entscheidung ist stark: In einer Welt, in der Rankings Leidenschaft, Debatten und Kontroversen auslösen, ist dies eine Auszeichnung, die eine weibliche Hip-Hop-Künstlerin in den Mittelpunkt stellt – experimentell, mutig und stets avantgardistisch.
Warum „Get Ur Freak On“ an der Spitze steht
Eine kühne Klangfusion
Veröffentlicht 2001, zeichnet sich „Get Ur Freak On“ von den ersten Sekunden an durch eine Produktion von Timbaland aus, die Bhangra-Elemente (Rhythmen inspiriert vom Punjab), elektronische Percussions und eine eindringliche Melodielinie verbindet. Die Mischung war für den Mainstream-Markt mutig, öffnete aber einen neuen Weg in Pop und Hip-Hop: den der kulturellen Fusion.
Missy legt eine einzigartige vokale Kadenz an den Tag, zwischen Rap, Gesang und Onomatopoesie, spielt mit Pausen und Texturen. Das Ergebnis: ein Stück, das zugleich hypnotisch, futuristisch und zeitlos ist.
Ein generationenübergreifender und zeitloser Song
Trotz seiner 24 Jahre ist „Get Ur Freak On“ nicht gealtert. Es wird weiterhin gespielt, gesampelt, zitiert und live aufgeführt. In aktuellen Rankings taucht es systematisch als einer der einflussreichsten Titel des Jahrhundertsanfangs auf.
In der Neuauflage des Rankings der 500 besten Songs aller Zeiten von Rolling Stone im Jahr 2021 war der Titel bereits in den Top 10 weltweit, auf Platz 8 – eine seltene Anerkennung für einen Hip-Hop-Song.
Dass er heute als der beste Song des 21. Jahrhunderts vom Magazin angesehen wird, bestätigt seinen Status als wegweisendes Werk: Missy Elliott und Timbaland haben bereits 2001 die Konturen der modernen Popmusik neu gezeichnet.
Ein symbolischer Sieg für Missy Elliott und den weiblichen Hip-Hop
Diese Auszeichnung ist auch ein symbolischer Sieg für Frauen im Hip-Hop. Missy Elliott, Autorin, Komponistin, Produzentin und Performerin in einer Person, hat sich stets ihren Platz in einer männlich dominierten Welt erkämpft.
Sie an der Spitze eines Rankings des 21. Jahrhunderts zu sehen, ist eine Art zu bekräftigen, dass Innovation und Kreativität kein Geschlecht kennen. Es ist auch die Anerkennung eines tiefgreifenden Einflusses: Ohne Missy ist es schwer vorstellbar, dass Künstlerinnen wie Doja Cat, Nicki Minaj oder Lizzo denselben Weg gehen würden.
Rezeption und Debatten: Das Ranking, das Gespräche anregt
Wenn Rolling Stone ein Ranking dieser Größenordnung veröffentlicht, sind Debatten unvermeidlich. In den sozialen Medien reagierten Fans und Kritiker leidenschaftlich.
Viele loben die Wahl von Missy Elliott als mutigen Akt und eine gerechte Neubewertung der jüngeren Musikgeschichte: eine Hommage an eine Künstlerin, die oft von ihren Kollegen anerkannt, aber vom breiten Publikum manchmal unterschätzt wird.
Andere hingegen wundern sich, dass ein Song aus dem Jahr 2001 an der Spitze eines Rankings steht, das das 21. Jahrhundert repräsentieren soll. Warum nicht ein neuerer Titel? Eine Hymne der 2010er Jahre?
Doch genau darin liegt die Stärke des Rankings: Es beschränkt sich nicht auf Trends oder Streaming-Rekorde. Es will Werke auszeichnen, die den Lauf der Musik verändert haben, solche, die einen bleibenden Abdruck in der Popkultur hinterlassen haben.
Und in dieser Hinsicht erfüllt „Get Ur Freak On“ alle Kriterien.
Über Missy hinaus: Was enthält dieses Ranking der 250 Songs?
Während Missy Elliott den ersten Platz dominiert, rückt dieses Ranking auch andere Künstlerinnen und Künstler ins Rampenlicht, die das Jahrhundert geprägt haben.
Die Redakteure von Rolling Stone wollten ein Panorama der Musik seit 2000 zeichnen, indem sie Welthits, stilistische Revolutionen und Kultstücke vermischten.
Man findet dort unter anderem:
- Beyoncé – „Crazy in Love“ (2003): Der Song, der die weibliche Popmusik und den modernen R&B neu definierte.
- OutKast – „Hey Ya!“ (2003): Eine Explosion von Funk- und Hip-Hop-Inventivität.
- Kanye West – „Runaway“ (2010): Ein introspektives Meisterwerk über Ruhm und Schuldgefühle.
- Adele – „Rolling in the Deep“ (2010): Die perfekte Balance zwischen starker Stimme und Universalität.
- Frank Ocean – „Thinkin Bout You“ (2012): Das Aufkommen einer neuen R&B-Sensibilität.
- Billie Eilish – „Bad Guy“ (2019): Post-Internet-Pop in seiner ganzen Komplexität.
Dieses Ranking ist also nicht nur eine Hierarchie: Es ist eine Karte der Klänge des 21. Jahrhunderts, ein Spiegel der musikalischen Entwicklung seit dem Jahr 2000.
Was das über unsere musikalische Epoche aussagt
Den Kanon des 21. Jahrhunderts neu definieren
Zum ersten Mal widmet eine historische Musikinstitution wie Rolling Stone ein Ranking speziell unserem Jahrhundert.
Das markiert einen Wendepunkt: Das 21. Jahrhundert wird nicht mehr nur als laufende Gegenwart betrachtet, sondern als eine bereits historische Periode, die eine Bilanz verdient.
Dass Missy Elliott, Beyoncé oder Kendrick Lamar an der Spitze stehen, zeigt eine bedeutende kulturelle Entwicklung: Hip-Hop und urbane Popmusik sind zum pulsierenden Herzen der Weltmusik geworden.
Innovation in den Mittelpunkt stellen
Die Wahl von „Get Ur Freak On“ feiert nicht nur den Erfolg, sondern den Mut. Es ist ein Song, der bei seiner Veröffentlichung wie aus einer anderen Welt wirkte. Auch heute noch wirkt er modern.
Die Botschaft von Rolling Stone ist klar: Innovation, Originalität und Kreativität sind die wahren Kriterien für das „Große“.
Hierarchien umkehren
Lange Zeit wurden Rankings der „besten Songs“ von weißen Rockkünstlern der vergangenen Jahrzehnte dominiert. Dieses neue Ranking bestätigt eine andere Wahrheit: die eines vielfältigeren, weiblicheren und globaleren musikalischen Kosmos.
Missy Elliott an der Spitze ist auch der Sieg der einstigen Außenseiterin, die zum Vorbild wurde.
Fazit: Ein Ranking, das Gespräche anregt – und zum Nachdenken bringt
Das von Rolling Stone initiierte Ranking mit seinen 250 größten Songs des 21. Jahrhunderts ist mehr als eine Liste: Es ist ein kulturelles Porträt.
Die Krönung von Missy Elliott – „Get Ur Freak On“ als bester Song des laufenden Jahrhunderts löst eine willkommene Schockwelle aus.
Dieses Ranking bringt mit seiner Kühnheit Debatten darüber in Gang, was den Wert eines musikalischen Werks ausmacht: Popularität? Innovation? Einfluss?
Und genau hier gelingt Rolling Stone sein Wagnis: Es regt zum Reden, Diskutieren und Nachdenken an.
Denn auch wenn nicht alle sich auf den ersten Platz einigen, ist eines sicher: Missy Elliott hat das Jahrhundert zweifellos geprägt.

