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Top 5 der technisch versiertesten Metal-Gitarristen

Das Wichtigste in Kürze
  • John Petrucci (Dream Theater) ist die absolute Referenz für virtuosen Prog Metal.
  • Jeff Loomis liefert mit Arch Enemy ein chirurgisch präzises Shredding von beeindruckender Genauigkeit.
  • Tosin Abasi hat die Gitarrentechnik mit der 8-Saiter und Thumping neu erfunden.
  • Michael Romeo und Marty Friedman verkörpern zwei radikale Visionen von Virtuosität: neoklassisch und exotisch.

Bei Woodbrass begegnen uns viele Metal-Gitarristen, die auf der Suche nach einer 7- oder 8-Saiter sind, die ihren technischen Ambitionen standhält. Immer wieder dreht sich das Gespräch um dieselben Referenzen: Wer spielt aktuell im Metal wirklich am technischsten? Die Debatte ist endlos, denn Technik bedeutet nicht nur Geschwindigkeit. Shred, Legato, Sweep Picking, polyphones Tapping, Djent-Polyrhythmik… das ist eine ganze Galaxie. Hier ist unser bewusst gewähltes Top 5.

1. John Petrucci – der Pate des technischen Prog Metal

Ein Ranking zur Gitarrentechnik im Metal ohne John Petrucci an der Spitze ist unmöglich. Absolvent des Berklee College of Music und Gründer von Dream Theater 1985, hat er buchstäblich definiert, was man unter einem „modernen Prog Metal-Gitarristen“ versteht. Bei ihm ist Geschwindigkeit nie Selbstzweck: Sie dient der Komposition, der Melodie, der Atmosphäre.

Beeindruckend ist seine gefährliche rechte Hand. Schnelles Alternate Picking, verschobene Patterns, makelloses Sweep Picking wie im Studio. Sein Stück „Erotomania“ (Awake) ist ein Paradebeispiel für ultra-schnelles Unisono von Gitarre und Keyboard, und „The Dance of Eternity“ hebt die Prog-Polyrhythmik auf ein seltenes Niveau.

Gut zu wissen

Petrucci ist auch ein anerkannter Pädagoge. Sein Video Rock Discipline (1995) hat eine ganze Generation in ernsthaftem Aufwärmen und chromatischen Übungen geschult. Immer noch eine solide Referenz.

Sein Signature-Modell Music Man JP ist bei Prog-Gitarristen ikonisch geworden. Um seinen Sound nachzubilden, braucht man eine Gitarre mit präzisen Höhen, einem schnellen Hals und kraftvollen Humbuckern.

2. Jeff Loomis – der chirurgische Shredder

Wenn du reines Shredding suchst, ist Jeff Loomis dein Mann. Er spielte bei Nevermore, wo er einige der dichtesten Gitarrenlinien der 2000er Jahre schrieb, und ist heute bei Arch Enemy aktiv. Sein Stil? Eine fast chirurgische Präzision, endlose Sweeps und eine Beherrschung des 7-Saiter-Halses, die beeindruckt.

Loomis war einer der ersten, der die 7-Saiter in einem melodischen Kontext populär machte, weit entfernt vom reinen Nu-Metal. Seine Soloalben Zero Order Phase (2008) und Plains of Oblivion (2012) sind Meisterklassen extremer Technik im Dienst der Melodie. Seine Soli atmen, sie erzählen Geschichten.

Was sein Spiel so beeindruckend macht:

  • Eine selten präzise linke Hand, selbst bei 200 bpm
  • Ein ausdrucksstarkes Vibrato, oft als eines der besten seines Genres genannt
  • Ausgedehnte Sweeps über den gesamten Tonumfang der 7-Saiter
  • Ein neoklassischer Phrasierungsstil, inspiriert von Yngwie Malmsteen, übertragen auf modernen Metal
Profi-Tipps

Um Loomis’ Stil zu üben, vergiss am Anfang die Geschwindigkeit. Beginne mit 3-Saiten-Sweeps bei 80 bpm am Metronom und überprüfe die Synchronisation von linker und rechter Hand Note für Note. Sauberkeit geht vor Tempo.

3. Tosin Abasi – der Revolutionär der 8-Saiter

Tosin Abasi, Gründer von Animals as Leaders, ist wahrscheinlich der Gitarrist, der die Metal-Technik im 21. Jahrhundert am meisten weiterentwickelt hat. Mit seiner instrumentalen Band hat er die 8-Saiter-Gitarre im Djent/Prog-Kontext populär gemacht und eine hybride Technik namens Thumping erfunden.

Thumping ist eine Technik, die vom Bass-Slap entlehnt ist: Der Daumen der rechten Hand schlägt die tiefen Saiten, während die anderen Finger die hohen Saiten tappen und arpeggieren. Das Ergebnis: eine verblüffende Polyphonie, bei der Bass, Akkorde und Melodie auf einer einzigen Gitarre koexistieren. Stücke wie „CAFO“ oder „Physical Education“ sind Standards unter technischen Gitarristen geworden.

Über das Thumping hinaus kombiniert Abasi beidhändiges Tapping, komplexe Polyrhythmik (7/8, 11/8) und einen afrikanischen Groove, der von seinen Einflüssen stammt. Diese Fusion macht sein Spiel einzigartig: technisch abgründig, aber musikalisch eingängig.

Um dich auf dieses Terrain zu wagen, brauchst du mindestens eine 7- oder 8-Saiter-Gitarre mit ergonomischem Hals und gutem Sustain. Schau dir unsere Auswahl an 7- und 8-Saiter-Gitarren an.

4. Michael Romeo – der neoklassische Virtuose

Michael Romeo, seit 1994 Gitarrenleader von Symphony X, verkörpert die neoklassische Schule in ihrer extremsten Form. Sein Vokabular? Bach, Paganini, Mozart – neu interpretiert auf saturierter und ultra-präziser Gitarre. Auf The Divine Wings of Tragedy (1997) oder The Odyssey (2002) entfaltet er eine orchestrale Virtuosität, bei der Sweep-Arpeggios wie digitale Cembalolinien aneinandergereiht werden.

Romeo ist ein Meister des hybriden Sweep-Picking: Er mischt Hin- und Herbewegungen, Sweeps und Legato in einer Phrase. Anders als viele Shredder baut er seine Soli als erkennbare melodische Themen auf. Das ist seine Stärke: Jede Demonstration erzählt etwas Symphonisches.

Tipp

Du willst den Romeo-Stil verinnerlichen? Höre dir Bachs zweistimmige Erfindungen auf dem Cembalo an, bevor du seine Soli nachspielst. Du wirst sofort hören, woher seine verminderten Arpeggios und harmonisch-mollischen Skalen stammen.

5. Marty Friedman – Technik im Dienst der Exotik

Zum Schluss Marty Friedman, ehemaliger Lead-Gitarrist von Megadeth (1990–2000), mit dem er die legendären Soli von Rust in Peace (1990) und Countdown to Extinction (1992) schrieb. Friedman ist hier, weil seine Technik einzigartig ist: Er bringt orientalische, japanische und modale Skalen in einen Thrash/Heavy-Kontext ein.

Sein Phrasing vermeidet pentatonische Klischees. Er spielt in lokrischen Modi, verwendet mikrotonale Bends und übermäßige Intervalle, die für ein westliches Ohr fast dissonant klingen. Das Solo zu „Tornado of Souls“, oft als eines der besten aller Zeiten genannt, fasst das in 30 explosiven Sekunden zusammen.

Technisch ist Friedman auch für sein hybrides Picking (Plektrum + Finger) und sein breites Vibrato, fast bluesig, bekannt. Seit 2003 lebt er in Japan, wo er eine erfolgreiche Solokarriere verfolgt.

Woodbrass-Tipp

Für technisches Metal-Spiel darfst du deine Effektkette nicht vernachlässigen. Ein sauberes Noise Gate ist unerlässlich, um dein schnelles Hin-und-Her-Spiel klar hörbar zu halten. Entdecke unsere Auswahl an Gitarreneffektpedalen und E-Gitarrenverstärkern.

Fazit

Dieses Top 5 will die Debatte nicht abschließen, sondern eröffnen. Petrucci, Loomis, Abasi, Romeo und Friedman repräsentieren fünf radikal unterschiedliche Sichtweisen darauf, was „technisch ausgereift sein“ im Metal bedeutet. Der eine baut Prog-Kathedralen, der andere schärft seine Sweeps wie ein Skalpell, ein dritter erfindet die Mechanik des Instruments neu, die beiden letzten schöpfen aus Bach und asiatischen Modi. Was sie verbindet: Technik als Ausdrucksmittel, niemals als Selbstzweck. Und du, wen hättest du gewählt?

Quellen

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