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John Bonham und sein Ludwig-Set: Der Sound, der Led Zeppelin prägte

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Das Wichtigste in Kürze
  • John Bonham spielte während seiner gesamten Karriere mit Led Zeppelin ausschließlich auf Ludwig-Schlagzeugen und prägte damit einen kolossalen Sound, der zum absoluten Referenzstandard wurde.
  • Sein ikonisches Setup – 26″ Bassdrum, überdimensionale Toms und die Supraphonic LM402 Snare – definierte den Standard für Rock-Schlagzeuge neu.
  • Vom Natural Maple Set über das berühmte Vistalite Amber bis hin zum Green Sparkle markierte jedes Set eine musikalische Ära von Led Zeppelin.
  • Sein Ansatz, der vereinte, beeinflusst bis heute Generationen von Schlagzeugern, von Dave Grohl bis Chad Smith.

Als ich zum ersten Mal die Intro von „When the Levee Breaks“ hörte, dachte ich, die Decke würde einstürzen. Dieser massive Kick, der höhlenartige Hall, der unerbittliche Groove – kaum zu glauben, dass ein einziger Schlagzeuger mit nur einer Bassdrum so etwas erzeugen konnte. Und doch war es John Bonham, allein hinter seinem Ludwig-Set, in einem Treppenhaus von Headley Grange. An diesem Tag veränderte sich der Rock-Schlagzeug-Sound für immer.

Bonham war nicht nur ein kraftvoller Schläger. Er war ein Musiker im wahrsten Sinne des Wortes, ein Autodidakt, der Jazz-Swing, Soul-Groove und Rock-Power zu einer einzigartigen Formel verschmolz. Und im Zentrum dieser Alchemie stand ein Instrument: das Ludwig-Schlagzeug. Ein Blick in die Geschichte eines legendären Duos zwischen einem Mann und seinen Kesseln.

Von Kochtöpfen zu Ludwig: Bonzos Anfänge

John Henry Bonham wurde am 31. Mai 1948 in Redditch, Worcestershire, geboren und begann bereits mit fünf Jahren, auf allem zu trommeln, was ihm in die Hände fiel. Waschschüsseln, Badesalz-Dosen, Kochtöpfe – der Junge verwandelte jeden Alltagsgegenstand in ein Schlaginstrument. Sein Vater schenkte ihm mit 15 Jahren sein erstes richtiges Schlagzeug, ein recht einfaches Premier, das jedoch ausreichte, um in lokalen Bands wie Terry Webb & The Spiders zu spielen.

Der junge Bonham war ein vollständiger Autodidakt. Kein einziger Schlagzeugunterricht. Er lernte, indem er die Platten von Gene Krupa, Buddy Rich und Max Roach hörte, die Rhythmen nach Gehör nachspielte und den Swing der Jazz-Bigbands ebenso aufsog wie den Groove von Soul und Funk. Sehr schnell entwickelte er eine ungewöhnlich kraftvolle Spielweise – so intensiv, dass ihm in über dreißig englischen Clubs das Spielen verboten wurde. Die Betreiber hatten genug davon, dass er die Felle durchschlug und alle anderen Musiker übertönte.

Gut zu wissen

Bevor Bonham auf Ludwig spielte, nutzte er bei der allerersten Led Zeppelin-Tournee in den USA im Dezember 1968 ein Slingerland-Set. Dieses Set soll ihm der Schlagzeuger der Yardbirds beim Auflösen der Band überlassen haben. Das erste Led Zeppelin-Album wurde also auf einem Slingerland aufgenommen!

Die Begegnung mit Ludwig: ein entscheidender Wendepunkt

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Alles änderte sich während dieser ersten US-Tournee. Bonham freundete sich mit Carmine Appice an, dem Schlagzeuger von Vanilla Fudge, der auf Ludwig spielte. Appice, beeindruckt vom Talent des jungen Engländers, kontaktierte direkt die Ludwig-Fabrik, um ihm ein Endorsement zu verschaffen. Der Hersteller aus Chicago schickte Bonham daraufhin ein komplettes Set – sogar mit einer Doppelbassdrum, die Jimmy Page jedoch bald wieder entfernen ließ: Bonzo spielte so laut, dass die Band mit zwei Kicks nichts anderes mehr hören konnte.

Ende der 60er Jahre genossen Ludwig-Schlagzeuge bei britischen Drummern einen besonderen Ruf. Sie klangen lauter und runder als lokale Alternativen wie Premier. In einer Zeit, in der die Abnahme von Schlagzeugen bei Live-Auftritten quasi nicht existierte, war diese natürliche Projektion ein entscheidender Vorteil. Für einen so kraftvollen Drummer wie Bonham war es die perfekte Kombination.

Anatomie des Bonham-Sets: Außergewöhnliche Dimensionen

Bonhams Setup blieb während seiner gesamten Karriere bemerkenswert stabil. Zwar änderten sich die Oberflächen, die Grundkonfiguration blieb jedoch gleich – direkt inspiriert von seinem Idol Buddy Rich. Hier die Komponenten seines Signature-Sets:

  • 26″ x 14″ Bassdrum (10 Spannreifen) – ein enormer Durchmesser für die damalige Zeit, verantwortlich für den tiefen, massiven Kick
  • 14″ x 10″ Tom (von 1977 bis 1979 durch ein 15″ x 12″ ersetzt)
  • 16″ x 16″ Floor Tom
  • 18″ x 16″ Floor Tom – das zweite Floor Tom verlieh eine ungewöhnlich tiefe Klangfarbe
  • Ludwig Supraphonic LM402 Snare 14″ x 6,5″ – die meistaufgenommene Snare der Geschichte

Bei den Becken war Bonham treu zu Paiste. Sein Setup umfasste 15″ Paiste 2002 Sound Edge Hi-Hats, 18″ und 20″ Paiste 2002 Crashes sowie eine imposante 24″ Paiste 2002 Ride. Alles montiert auf Ludwig Atlas-Ständern, mit der legendären Ludwig Speed King Bassdrum-Pedal – einem Direktantrieb ohne Kette, der eine spezielle Technik erforderte, um ihn zu meistern.

Profi-Tipps

Die Ludwig Supraphonic LM402 gilt als die meistaufgenommene Snare der Welt. Ihr nahtloser, verchromter Aluminiumkessel bietet einen brillanten Anschlag, eine phänomenale Projektion und eine Vielseitigkeit, die vom Jazz bis zum Metal reicht. Wenn du den ultimativen Rock-Snare-Sound suchst, ist sie die richtige Wahl. Entdecke die Ludwig Supraphonic LM402 bei Woodbrass.

Bonhams legendäre Sets: eine Chronologie

Jede große Phase von Led Zeppelin wurde von einem anderen Ludwig-Set begleitet. Während die Dimensionen im Großen und Ganzen gleich blieben, variierten die Oberflächen und Materialien und verliehen jeder Ära ihren eigenen Klangcharakter.

Das Ludwig Natural Maple (1968–1970)

Bonhams erstes richtiges Ludwig-Set, das er dank Carmine Appice erhielt. Die Kessel aus drei Lagen Ahorn boten eine warme Resonanz und eine unverwüstliche Haltbarkeit – essenziell für einen Drummer, der sein Equipment buchstäblich malträtierte. Auf diesem Set wurden „Whole Lotta Love“ und „Moby Dick“ für das Album Led Zeppelin II aufgenommen. Bonham selbst soll seinen Bandkollegen gesagt haben, dass es sein Lieblingsset klanglich war.

Das Ludwig Green Sparkle (1970–1973)

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Erkennbar an seiner grünen Glitzerlackierung begleitete dieses Set Bonham über etwa vier Alben: Led Zeppelin III, IV, Houses of the Holy und Physical Graffiti. Es war Zeuge der ikonischsten Songs der Band: „Stairway to Heaven“, „Black Dog“, „Rock and Roll“, „Kashmir“… Ludwig schickte Bonham drei Sets in dieser Ausführung. Eines davon wird heute von seiner Witwe Pat Bonham aufbewahrt.

Das Ludwig Vistalite Amber (1973–1975)

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Wahrscheinlich Bonhams ikonischstes Set, das im Konzertfilm The Song Remains the Same (1976) zu sehen ist. Die Kessel aus transparentem bernsteinfarbenem Acryl boten unter Bühnenlicht einen spektakulären Look und eine noch stärkere Projektion als Holz. Die Vistalite-Sets erzeugen einen Sound mit mehr Attacke und Punch, ideal für große Hallen. Dieses Set verwendete durchgehende Spannreifen, was das Volumen weiter erhöhte – ein technisches Detail, das damals sehr wichtig war.

Das Ludwig Stainless Steel (1977–1980)

Bonhams letztes Bühnenset, zu sehen bei den Aufnahmen von Knebworth 1979. Die Kessel aus Edelstahl lieferten einen noch brillanteren und durchschlagskräftigeren Sound. Es ist auch das Set, mit dem das letzte Studioalbum der Band, In Through the Out Door, aufgenommen wurde. Ein Bühnentier für die letzte Etappe einer Band auf dem Höhepunkt.

Das Geheimnis des Bonham-Sounds: Viel mehr als nur Equipment

Du kannst genau dasselbe Set wie Bonham kaufen – Ludwig bietet das Vistalite Zep Set als originalgetreue Nachbildung des bernsteinfarbenen Sets an – und wirst wahrscheinlich trotzdem nicht so klingen wie er. Warum? Weil der „Bonham-Sound“ vor allem von seinen Händen kam. Wie Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers sagte: Er hätte auf jedem beliebigen Set gespielt und wäre trotzdem genau so geklungen.

Mehrere technische Faktoren erklären diese Einzigartigkeit. Zunächst verwendete Bonham die längsten und schwersten Drumsticks, die erhältlich waren, die er seine „Bäume“ nannte. Seine Schlagtechnik basierte hauptsächlich auf den Handgelenken – ein Ansatz, der es ihm erlaubte, ein kolossales Volumen aus dem Instrument zu holen und gleichzeitig bemerkenswerte Geschwindigkeit und Präzision zu bewahren. Neil Peart beschrieb es als eine Technik, die das Instrument „singen“ ließ.

Bei den Fellen nutzte Bonham im Studio Remo Emperor mit Sandbeschichtung und live transparente auf den Toms, mit einem Filzstreifen auf dem Schlagfell der Bassdrum, um den Sustain zu kontrollieren. Diese Kombination erzeugte den fetten und zugleich artikulierten Sound, der den Rock-Sound über Jahrzehnte prägte.

Tipp

Du möchtest dem Bonham-Sound näherkommen, ohne viel Geld auszugeben? Fang mit den Fellen an. Remo Emperor mit Sandbeschichtung auf den Toms und eine Ambassador mit Sandbeschichtung auf der Snare machen schon einen großen Unterschied. Stimme deine Kessel etwas tiefer als üblich und lass die Resonanz atmen – Bonham dämpfte seine Toms fast nie.

Die Bonham-Technik: Wenn Rock auf Jazz trifft

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Was Bonham einzigartig macht, ist diese unwahrscheinliche Synthese aus sehr unterschiedlichen Einflüssen. Wie der Schlagzeuger Steve Smith zusammenfasste: Er verkörperte den Swing von Gene Krupa, übernahm die Schärfe von Buddy Rich, schöpfte Ideen bei Max Roach und Elvin Jones und hatte den Funk-Touch von Al Jackson und den Schlagzeugern von James Brown. Kurz gesagt: Es ist eine Synthese.

Einige Schlüsselaspekte seines Spiels verdienen eine genauere Betrachtung. Seine Arbeit an der Bassdrum zuerst: Schon in den ersten Takten von „Good Times Bad Times“ auf dem ersten Led Zeppelin-Album fragten sich Schlagzeuger weltweit, wie er so schnelle Doppelschläge mit nur einem Fuß hinbekam. Sein berühmtes Triplet wurde zu seiner Signatur – ein Muster, das Tausende von Drummern bis heute versuchen nachzuspielen.

Dann gibt es sein laid-back Feel, dieses leichte Zurückbleiben hinter dem Beat, das seinen Grooves eine Schwere und ein Schwingen verleiht. Hör dir „The Lemon Song“ oder „Fool in the Rain“ an: Das Tempo ist nicht metrisch perfekt, und genau das macht den Groove so menschlich, so organisch. Bonham wusste, wie man das Tempo je nach Musik vor- und zurückschiebt.

Und dann ist da „Moby Dick“, das emblematische Stück, bei dem die anderen Musiker die Bühne verlassen und Bonzo allein vor dem Publikum bleibt. Soli, die bis zu dreißig Minuten dauern können, in denen er von Drumsticks zu seinen bloßen Händen wechselte, von Toms zu Congas, vom Pauken zu Gongs – manchmal sogar in Flammen. Ein totaler, roher, viszeraler Auftritt.

Ein Schlagzeuger, ein Set, ein ewiger Sound

Die Geschichte von John Bonham und seinen Ludwig-Schlagzeugen ist die eines Drummers, der in einem Instrument die perfekte Erweiterung seiner musikalischen Persönlichkeit fand. Ein Junge vom englischen Land, der auf Kochtöpfe trommelte und in nur zwölf Jahren Karriere zur absoluten Referenz im Rock-Schlagzeug wurde. Sein Set war weder das komplexeste noch das ausgefeilteste. Aber in seinen Händen erzeugten diese fünf Kessel und einige Paiste-Becken einen Sound, der noch heute, fünfundvierzig Jahre später, in jedem Proberaum der Welt nachhallt.

Wenn du Schlagzeuger bist, ist das Hören von Bonham keine Option – es ist ein Muss. Und wenn du kein Schlagzeuger bist, spitze beim nächsten Mal die Ohren, wenn „When the Levee Breaks“ aus deinen Lautsprechern kommt. Diese Dampfwalze, diese Bassdrum, die dir in die Eingeweide fährt, ist der Geist eines 32-jährigen Mannes, der hinter einem bernsteinfarbenen Set sitzt und uns weiterhin daran erinnert, was Schlagzeug wirklich kann, wenn es mit Herz gespielt wird.

Quellen

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