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Die 10 größten Rhythmusgitarristen des Rock

So läuft Rock: Man erinnert sich immer an den Leadgitarristen mit seiner blonden Perücke, der engen Lederhose und seinem pyrotechnischen Tapping, aber die anderen Bandmitglieder bleiben meist im Schatten. Und kaum jemand steht so im Schatten wie ein Rhythmusgitarrist. Wenn ein Anfänger Gitarre lernt, arbeitet er zuerst einige Akkorde und widmet sich dann den Soli, als wäre das Leadspiel die Belohnung nach dem notwendigen Übel des Begleitens. Doch ohne einen guten Rhythmusgitarristen klingt eine Band bestenfalls wie eine zweitklassige Masterclass-Demonstration. Eine gute Band bringt einen dazu, mit dem Fuß zu wippen, den Kopf zu nicken, aufzustehen und zu tanzen – und genau das ist die Aufgabe des Rhythmusgitarristen. In dieser Rangliste stellen wir euch daher die zehn Rockgitarristen vor, die allein ein Stadion mit 80.000 Menschen zum Tanzen bringen können.

Rhythmusgitarrist

Andy Summers

Wenn man Gitarrist in einem Trio wie The Police ist, muss man alle Farben selbst einbringen und gleichzeitig die Arbeit der Rhythmussektion unterstützen. Genau diese meisterhafte Arbeit beherrscht Andy Summers perfekt, indem er mit gleichem Talent komplexe Jazzakkorde, Reggae-Skank und Post-Punk-Riffs spielt. Sein Einsatz des Boss Chorus, um den Klang seiner Telecaster zu verdicken, ist legendär.
Unbedingt anhören: The Police – Can’t Stand Losing You
Ausrüstung: Fender Telecaster, Marshall JMP

Johnny Ramone

Man kann nicht über Rhythmusgitarre sprechen, ohne die Punk-Bewegung zu erwähnen, die einst jegliche Form von Solo verbannte. Auch wenn Steve Jones von den Sex Pistols und Joe Strummer von The Clash sehr versiert waren, ist der unangefochtene König des walzenartigen Riffs Johnny Ramone, Gitarrist der Ramones (wie der Name schon sagt). Seine größte Stärke ist eine außergewöhnlich widerstandsfähige rechte Hand: Versucht mal, bei einem Stück wie Blitzkrieg Bop durchgehend zu spielen – selbst zwei Minuten fühlen sich lang an…
Unbedingt anhören: The Ramones – Rockaway Beach
Ausrüstung: Mosrite, Marshall Plexi

Jimi Hendrix

Jimi Hendrix

Zugegeben, wir wissen, dass Jimi Hendrix nicht nur Rhythmus gespielt hat, und manche erinnern sich vor allem an sein Solospiel, weil er als der größte Gitarrist aller Zeiten gilt… Aber seine Brillanz verdankte er vor allem seinem Groove-Gefühl, das in jeder Note spürbar ist. Ob er nun Soul à la Curtis Mayfield oder Rock spielt (Tom Morello von Rage Against The Machine wird sich an seine Riffplatzierung erinnern), sein Timing ist makellos und treibt das Trio an. Hört euch nur die Intro von Little Wing an, um überzeugt zu sein: Er spielt allein, aber alles ist schon da.
Unbedingt anhören: Jimi Hendrix Experience – Bold As Love
Ausrüstung: Fender Stratocaster, Marshall Plexi

Jimmy Page

Ein weiterer, der auch in der Liste der größten Solisten auftauchen würde… Dennoch wäre Led Zeppelin ohne die dichten rhythmischen Riffs und Arrangements des Zauberers Page nichts. Sein Talent für klangliche Vielfalt (akustisch, Pedal Steel, Slide…), für das Timing (Backbeat bei Bring It On Home, Offbeat bei Communication Breakdown) und für Nuancen (der Wechsel von clean zu verzerrt bei Ramble On) machen die Alben der Band zu einer echten Lektion für alle angehenden Rhythmusgitarristen.
Unbedingt anhören: Led Zeppelin – Communication Breakdown
Ausrüstung: Gibson Les Paul, Marshall Plexi

Scott Ian

Scott Ian stammt aus der Punk-Schule, und obwohl er den scharfen und schnellen Thrash von Anthrax verfeinert hat, bleibt er ein Purist der Rhythmusgitarre. Es gibt immer einen zweiten Gitarristen in der Band, der die virtuose Seite übernimmt, während Ian sogar das Wort „NOT“ auf den letzten Bund seines Jackson-Signature-Griffs gravieren ließ, um klarzumachen, dass er nicht über den zwölften Bund hinausgeht.
Unbedingt anhören: Anthrax – Among the Living
Ausrüstung: Jackson Signature, Marshall JCM800

E-Gitarre Scott Ian
Tony Iommi

Tony Iommi

Wenn es um Metal-Rhythmus geht, gibt es nur einen Chef, und das ist natürlich Tony Iommi. Der Linkshänder von Black Sabbath hat zwar zwei Fingerspitzen verloren, doch das hinderte ihn nicht daran, die denkwürdigsten Riffs des Genres zu schaffen. Der Sound ist pachydermisch, die Bedrohung konstant und das Timing tief im Beat, entspannt und elastisch. Keine Metalband entkam dem Einfluss des schwarzen Sabbats, und kein Metalgitarrist kann ehrlich behaupten, er würde dasselbe spielen, wenn Iommi nicht gewesen wäre.
Unbedingt anhören: Black Sabbath – Sweet Leaf
Ausrüstung: Gibson SG, Laney

Keith Richards

Was kann man von einem Mann erwarten, der „der menschliche Riff“ genannt wird, wenn nicht ein scharfes Gespür für den richtigen Schlag der rechten Hand, der genau im richtigen Moment trifft? Richards ist nicht nur eine legendäre Rock’n’Roll-Figur, deren Exzesse in allen Formen die Träume angehender Stars bevölkern, sondern auch ein herausragender Musiker, auf dem das fragile Bauwerk der Rolling Stones seit 50 Jahren ruht. Meister der Akustik, Kaiser des offenen Sol-Stimmens (ohne die tiefe E-Saite) und Hüter des elektrischen Klangtempels – „Keef“ bleibt unschlagbar.
Unbedingt anhören: The Rolling Stones – Brown Sugar
Ausrüstung: Fender Telecaster, Fender Twin Tweed

Metallica

James Hetfield

Metallica nimmt im Metal-Universum eine Sonderstellung ein, denn sie sind die einzige Band, die beim großen Publikum wirklich durchgebrochen ist – vergleichbar mit den größten Popstars. Kein Jugendlicher auf der Welt hat nicht unbeholfen die Riffs von Enter Sandman oder Master Of Puppets auf seiner Billiggitarre nachgespielt, und ihre Konzerte sind zu wahren Großveranstaltungen geworden. Am Steuer steht James’ rechte Hand, die neben seiner kraftvollen Stimme ein echter menschlicher Metronom ist. Von der Schwere von Sad But True über die pure Aggression von Creeping Death bis zur Dichte von Fuel ist das Repertoire des Quartetts aus San Francisco voll von rhythmischen Parts mit unschlagbarer Effektivität.
Unbedingt anhören: Metallica – Motorbreath
Ausrüstung: ESP, Mesa Boogie Dual Rectifier

Pete Townshend

Pete Townshend

Welcher Gitarrist hat sich nicht schon als Pete Townshend gesehen, wie er vor dem Spiegel mit dem rechten Arm Windmühlenbewegungen macht? Und die theatralische Bühnenpräsenz des Sechssaiters der Who ist nichts im Vergleich zur Kraft, die sein Spiel ausstrahlt. Ob er seine J-200 bearbeitet oder seine E-Gitarren (Rickenbacker, SG Special, Gretsch und später Stratocaster) terrorisiert, dieser Mann weiß genau, wann er zuschlagen und wann er die Stille wirken lassen muss. Drei Kratzer von ihm (wie bei Won’t Get Fooled Again) genügen, und alles erstrahlt.
Unbedingt anhören: The Who – Pinball Wizard
Ausrüstung: Gibson SG, Marshall Plexi

Malcolm Young

Malcolm Young

Während man über die Reihenfolge der anderen Mitglieder dieser Liste diskutieren kann, gibt es für den ersten Platz keinen Zweifel. Kein Gitarrist hat die Kunst der Rock-Rhythmusgitarre so weit getrieben wie Malcolm Young von AC/DC. Während sein Bruder Angus wild durch die Gegend läuft und mit einem wilden, sehr ausdrucksstarken Blues-Vibrato spielt, bleibt Malcolm immer fest im Hintergrund und sorgt für ein Fundament, das niemals wankt – ein Groove, der kugelsicher ist. Er spielt seit 40 Jahren dasselbe mit demselben Sound und hat nie versucht, etwas anderes zu zeigen. Diese Lektion in Effektivität und Demut endet jedoch bittersüß, denn aufgrund gesundheitlicher Probleme wurde das nächste AC/DC-Album (Rock or Bust, das Anfang Dezember erscheint) ohne ihn aufgenommen, mit seinem Neffen Stevie Young als würdigem Ersatz. Solange es in der Familie bleibt…
Unbedingt anhören:

AC/DC – Rock n’ Roll Singer
Ausrüstung: Gretsch Jet Firebird, Marshall Plexi

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